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Karfreitag – Stille, die trägt

  • 2 Min. Lesezeit

Karfreitag – Stille, die trägt

Der Karfreitag ist einer der stillsten und zugleich tiefsten Tage im Kirchenjahr. Im Kloster Stiepel wird dieser Tag besonders bewusst begangen – ohne Glocken, ohne festlichen Schmuck, ganz reduziert auf das Wesentliche: das Leiden und Sterben Jesu Christi.

Ein Tag der Stille und der Tiefe

Karfreitag gehört zum sogenannten Triduum Paschale, dem Höhepunkt des Kirchenjahres, das von Gründonnerstag bis zur Osternacht reicht. In diesen Tagen verdichtet sich die gesamte christliche Botschaft: Hingabe, Opfer, Hoffnung.

Am Karfreitag selbst steht das Kreuz im Mittelpunkt. Es ist kein Tag der Trauer allein, sondern auch ein Tag des Innehaltens. Die Liturgie verzichtet bewusst auf die Eucharistiefeier – stattdessen wird die Feier vom Leiden und Sterben Christi gehalten, meist zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr.

Der Kreuzweg – Mitgehen, Mitfühlen

Ein zentrales Element ist der Kreuzweg. Auch im Umfeld des Klosters wird dieser Weg bewusst gegangen – Schritt für Schritt, Station für Station.

Dabei geht es nicht nur um das Erinnern an ein historisches Ereignis. Vielmehr wird das Leiden Jesu gegenwärtig gemacht – ein Mitgehen im eigenen Leben, mit eigenen Fragen, Sorgen und Hoffnungen.

Die Klagelieder – Stimme der Menschheit

In der klösterlichen Tradition haben die sogenannten Lamentationen (Klagelieder) einen besonderen Platz. Sie werden in der Stille der Vigil gesungen und greifen die uralten Texte des Propheten Jeremia auf.

Diese Gesänge geben dem Schmerz eine Stimme – nicht nur dem Schmerz der Vergangenheit, sondern auch dem unserer Zeit.

Was Karfreitag uns heute sagen kann

Karfreitag fordert uns heraus, stehen zu bleiben. In einer Welt voller Geschwindigkeit erinnert dieser Tag daran:

  • dass Leid Teil unseres Lebens ist
  • dass Stille Raum für echte Begegnung schafft
  • dass Hoffnung oft dort beginnt, wo alles dunkel scheint

Das Kreuz ist dabei kein Zeichen des Endes, sondern ein Übergang – von der Dunkelheit ins Licht von Ostern.

Ein Impuls für den Alltag

Vielleicht ist Karfreitag eine Einladung, bewusst einen Moment der Ruhe zu suchen:

  • eine Kerze anzünden
  • einen Spaziergang in Stille machen
  • einen Gedanken loslassen, der belastet

Denn gerade in der Stille kann etwas wachsen, das im Alltag oft keinen Platz findet.

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